Canon Kopiererwerk

Energetische Einsparmaßnahmen im Kopiererwerk

Niedrigere Energiekosten und deutlich gesenkte CO2-Emissionen hat die CANON Gießen GmbH durch die Neustrukturierung ihrer Energieversorgung erreicht, an der die Stadtwerke Gießen AG (Planung) sowie die Firma Kost Wärmetechnik - als ausführende Firma - mitwirkten. Basis des neuen Konzepts bildet ein Gas-Blockheizkraftwerk. Es liefert neben Strom auch die Grundlast für die Wärmeversorgung sowie die notwendige Wärmeenergie für eine Absorptionskältemaschine, die wiederum die Kältegrundlast bereitstellt. Bisher deckten im CANON-Werk Gießen mehrere als Insellösung geschaltete Kältemaschinen den Kältebedarf. Sie wurden durch ein Kälteverbundnetz abgelöst. Im Winter wird die komplette Kälteleistung durch freie Kühlung gedeckt, in der übrigen Zeit stellt eine 400 kW Absorptionskältemaschine die Kältegrundlast bereit. Außerdem sind drei der alten Kompressionskältemaschinen in das Netz eingebunden; eine deckt eventuelle Lastspitzen ab, die anderen dienen als Reserveaggregate. Dies ist notwendig, weil für den Reinraumbereich des Werkes bestimmte Grenzwerte mit sehr engen Toleranzen einzuhalten sind. Ein Totalausfall der Kälteversorgung ist daher unter allen Umständen zu vermeiden. Die Energie für die Absorptionskältemaschine liefert ein Gas-Blockheizkraftwerk, das im Notfall auch im Inselbetrieb Wärme und Strom für wichtige Bereiche des Werkes – beispielsweise den Reinraum – bereitstellen kann. Darüber hinaus übernimmt es die Grundlast für die zentrale Wärmeversorgungsanlage. Lastspitzen im Wärmebedarf fängt eine Fernwärme-übergabestation - Übertragungsleistung 1.500 kW - der Firma Kost ab. Da diese Station bidirektional arbeitet, kann über sie auch zuviel produzierte Wärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Gießen AG gespeist werden. Die Heizkessel der alten Anlage fungieren nur noch als „eiserne Reserve“ für den Notfall.
Erste Auswertungen zeigen, dass mit der neuen Energieversorgungsanlage der CO2-Ausstoß des Werks um rund 50 Prozent gesenkt werden kann. Darüber hinaus konnten 300.000 Kilowattstunden Strom sowie 220.000 Kilowattstunden Wärme eingespart werden.

Eckdaten Canon Gießen

Kühlturm / freie Kühlung

  • Indirekt befeuerter Kälteabsorber 350 kW
  • Gasmotor BHKW mit Inselbetrieb
  • Offener Kühlturm
  • Zusammenarbeit Industrie / Stadtwerke /und Anlagenerichter

Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft

Den Preis für Planung, Forschung und Entwicklung erhielt der „lion-Powerblock“ der Firma OTAG GmbH & Co. KG, Olsberg, eine Strom erzeugende Heizung für Ein- und Mehrfamilienhäuser, sowie an die CANON Gießen GmbH, die zusammen mit der Stadtwerke Gießen AG sowie der Firma Kost Wärmetechnik aus Butzbach - als ausführende Firma - eine innovative Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erstellte. Seit 1980 lobt die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. im Zwei-Jahres-Rhythmus den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft aus. Prämiert werden herausragende Leistungen zur Energieeinsparung und Emissionsminderung durch rationellen Erdgaseinsatz. Zur 14. Auflage des Preises gingen besonders hochwertige Bewerbungen ein, aus denen eine unabhängige Jury die diesjährigen Preisträger auswählte. Im Rahmen einer Festveranstaltung in Berlin wurden die Preise am 17. Oktober 2006 übergeben.

Durch die Neustrukturierung der Energieversorgung hat das CANON-Werk Gießen auch die Vorgaben des Gesamtkonzerns erfüllt, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2010 um 25 Prozent unter das Niveau des Jahres 2000 zu senken.